Projektleiter stellt Pläne für „Windpark Hallenberg-Hesborn“ vor

(Quelle: https://www.sauerlandkurier.de/hochsauerlandkreis/winterberg/projektleiter-stellt-plaene-windpark-hallenberg-hesborn-10435520.html )

Hesborn/Liesen/Züschen. Länger war es ruhig um die Pläne für die Errichtung von Windkraftanlagen zwischen Liesen und Züschen geworden. Jetzt kommt wieder Bewegung in die Geschichte. Der seit diesem Sommer eingesetzte Projektleiter der Firma Juwi für den „Windpark Hallenberg-Hesborn“, Martin Vollnhals, hat sich dem Gespräch mit dem erweiterten Vorstand der Bürgerinitiative „Verein für Umwelt und Naturschutz Nuhnetal“ gestellt und in einer Präsentation erstmals persönlich über das Vorhaben informiert.

 

Stand der Dinge ist, dass die Firma Juwi momentan noch vier Anlagen plant, drei zwischen Züschen und Liesen auf der Hohen Wacht, eine am Steinschab. Die Gesamthöhen betragen zwischen 190 und 240 Meter. In den ursprünglichen Plänen, die bereits seit 2011 laufen, sollten es fünf Windräder mehr sein, doch mit der Stadt Hallenberg sei derzeit nicht über Windkraft zu sprechen, so Vollnhals – und ohne bestehende Pachtverträge keine Planung. Die Flächensicherung sei für die vier Anlagen mit 95 Prozent nahezu abgeschlossen. 

Insbesondere die Themen Artenschutz und Geräuschbelastung wurden von den Teilnehmern diskutiert. Ein erstes Vogelschutzgutachten ist abgeschlossen. Laut Vollnhals wurden im kritischen Bereich zwar fliegende, geschützte Vogelarten gesichtet, aber keine Nester. Das zieht die Bürgerinitiative in Zweifel und prüft die Ergebnisse. Das bestehende Gutachten wird in den kommenden zwei Jahren noch weiter ergänzt. 

Geräusche bei Westwind in Hesborn 

Martin Vollnhals führte aus, dass die durch die Rotorblätter verursachten Geräusche dauerhaft zu hören seien und je nach Windrichtung – meist Westwind – hauptsächlich die Bürger in Hesborn davon betroffen sein würden – bei Ostwind die Züschener. Durch die Abstände zu den Orten werden laut von Juwi hausintern erstellten Berechnungen Geräusche in normaler Gesprächslautstärke – 35 bis 40 Dezibel, nachts 45 Dezibel – zu erwarten sein. „Diese für die betroffenen Bürger erschreckende Vorstellung ebenso wie die zu erwartenden Schlagschatten, Infraschall, die optische Beeinträchtigung und dem damit verbundenen Wertverlust der Immobilien bereiten den Gegnern dieses Windparks schlaflose Nächte“, heißt es seitens der Bürgerinitiative. 

Auf sämtliche Nachfragen diesbezüglich verwies Vollnhals auf die bestehende Rechtssprechung in Deutschland. „Windparks können nicht überall geplant werden. Es gibt fast immer Betroffene. Ich verweise darauf, dass es laut Bundesverwaltungsgericht keine Wertverluste für Immobilien in der Nähe von Windkraftanlagen gibt“, so Vollnhals. Es gäbe sowieso kaum Windkraftprojekte ohne Rechtsstreitigkeiten. Darauf ist er auch beim Windpark Hallenberg-Hesborn eingestellt. „Es gibt in jedem Projekt Spannungsfelder. Man kann persönliche Schicksale nicht immer berücksichtigen, sonst gäbe es keine Windparks“, so Martin Vollnhals. 

„Nicht hinnehmbar“

„Die betroffenen Bürger in der Region kamen in den Ausführungen von Martin Vollnhals kaum vor. Das ist so nicht hinnehmbar“, so der Vorsitzende der Bürgerinitiative Achim Lücke. Für die Firma Juwi ist die Hohe Wacht als Standort so attraktiv, weil das durchschnittliche Windaufkommen einen guten bis sehr guten Wert biete. Außerdem macht die Möglichkeit, den erzeugten Strom am Franzosenkreuz ins bestehende Stromnetz einzuspeisen, kaum Erdarbeiten notwendig. „Wir haben bei anderen Projekten meist viel längere Wege zu überbrücken. Hier wäre nur eine sehr kurze Kabeltrasse notwendig.“ 

Offen blieb, von wo aus sich die umfangreiche Zuwegung für die Bauphase gestalten wird. Nach dem Ausbau der nötigen Wege müssten die Kran-Stellflächen für jede einzelne Anlage erstellt werden. Dann komme es zur Materialanlieferung für den Untergrund und das Fundament. Knapp 500 Anfahrten von Betonmischern werden nötig sein. Anschließend kommt dann die Anlage an sich. Die Lkw dafür sind ungefähr 65 bis 70 Meter lang. Dementsprechend breit müssen die Kurven zum Standort gestaltet sein. Um jederzeit defekte Teile austauschen zu können, bleiben die benötigten Kurventrichter üblicherweise die gesamte Betriebslaufzeit bestehen. 

Martin Vollnhals gab bekannt, dass ein Genehmigungsverfahren bereits für das kommende Jahr angestrebt wird und signalisiert trotz aller Spannungen Kompromiss- und Gesprächsbereitschaft im Rahmen seiner Möglichkeiten. Die Vorstandsmitglieder der Bürgerinitiative ziehen aus der Präsentation und den Aussagen der Firma Juwi ihre eigenen Schlüsse. „Wir nehmen die Informationen für unsere Arbeit mit und prüfen die Möglichkeiten in alle Richtungen, um dieses Projekt zu verhindern“, so Lücke.

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